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29.10.2018 09:40 Alter: 41 days

Zum Geburtstagfest – eine Nachlese

Das Ernst Krenek Forum feierte sein 10-jähriges Jubiläum

Zu einem abwechslungsreichen Festprogramm am Minoritenplatz in Krems lud das Ernst Krenek Forum am 13. Oktober 2018 anlässlich seines 10-jährigen Bestehens. Es spiegelte die musikstilistische Bandbreite des facettenreichen Ernst Krenek – von spätromantischen über zwölftönige bis hin zu elektronischen Anklängen –, und präsentierte einen Auszug aus den vielfältigen Tätigkeitsbereichen des Ernst Krenek Forums.


Zum Auftakt spielte das Tonkünstler Bläserquintett die eigens von Kurt Schwertsik für den Festtag komponierte Fanfare for an Uncommon Man, die stündlich den jeweils nächsten Programmpunkt einleitete.
Akzentuiert und virtuos zeigten sich das Ensemble Federspiel und Mezzosopran Anna Clare Hauf mit Auszügen aus ihrem Arrangement von Kreneks Erfolgsoper Jonny spielt auf. Musikwissenschaftler und Krenek-Kenner Manfred Permoser lieferte dazu die passenden Hintergrundinformationen.


Dass man Berge auch zum Klingen bringen kann, beweist das zu Unrecht in Vergessenheit geratene Concerto Grosso Nr. 1: Der 21-jährige Ernst Krenek übertrug den Verlauf eines Bergrückens auf Notenpapier und fand so zum Hauptthema des ersten Satzes. Musikschuldirektor Hubert Poell interpretierte mit dem Modern Art Ensemble der Musikschule Krems eine Bearbeitung der ersten beiden Sätze des Krenek’schen Frühwerks.


Der nächste Programmpunkt wurde von LehrerInnen und SchülerInnen der Musikschule Krems gestaltet: Ein Flötenquartett und ein Duo mit Oboe (Manuela Steindl) und Klavier (Uli Datler) spielten Stücke aus Kreneks School Music.


Als herausragendes Ergebnis der Vermittlungsarbeit wurde der Kurzfilm zum Tanz- und Videoworkshop Das geheime Königreich, den Musikvermittlerin Veronika Großberger und Choreografin Katharina Weinhuber mit der Integrationsklasse 3a der Volksschule Paudorf entwickelt haben, präsentiert.


10 Jahre bieten sich an, um über Erfahrenes nachzudenken, aber auch um neue Perspektiven zu erarbeiten. In einem anregenden Podiumsgespräch warfen Musikmanager Michael Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der Ernst Krenek Institut Privatstiftung Ernst Kovacic und Generalsekretärin Petra Hinterholzer mit Moderator Hannes Eichmann einen Blick auf gesellschaftsorientiertes und zeitgemäßes Agieren im Kulturbetrieb.


In die Klangwelt des 2017 renovierten Modular-Synthesizers aus dem Nachlass Ernst Kreneks, eines der ältesten original erhaltenen Synthesizer-Systeme von Don Buchla, führte Volkmar Klien (Professor an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz) ein.


Mitglieder des Ernst Krenek Ensembles, darunter Hanna Weinmeister (Violine), Tatjana Masurenko (Viola), Dorothea Schönwiese (Cello) und Anthony Spiri (Klavier), widmeten sich mit viel Hingabe und Expertise Kammermusikwerken aus Ernst Kreneks Schaffen und präsentierten vorab die im Dezember bei Toccata erscheinende CD Chamber Music and Songs, Vol.1, die das Ernst Krenek Ensemble mit Gästen, darunter Florian Boesch, Bernarda Fink und Laura Aikin, aufgenommen hat.


Zum festlichen Höhepunkt des Tages erklang die Uraufführung der Orchesterfassung von Kreneks Reisebuch aus den österreichischen Alpen. Acht Lieder wurden von Ernst Krenek bereits 1973 instrumentiert, mit größter Kennerschaft stellte Till Alexander Körber 2018 die von Witwe Gladys N. Krenek in Auftrag gegebene Orchestrierung der verbleibenden zwölf Lieder fertig. Unter der höchst versierten Leitung von HK Gruber nahmen der brillante Tenor Alexander Kaimbacher und die Webern Kammerphilharmonie der mdw die HörerInnen in die Bergdörfer, Weinkeller und Pilgerstätten mit, die Krenek in seinem 1929 entstandenen Liederzyklus mit Sentimentalität und doch gleichzeitiger Ironie würdigt.


Den zum Ausklang Gebliebenen stand – dem achten Lied aus Kreneks Reisebuch nachempfunden – als besondere Überraschung „unser wein“, der erste Krenek-Wein des Kremser Bio-Winzers Stagård, zur Verkostung bereit.


Ein besonderer Dank gilt Herrn Landesrat Dr. Martin Eichtinger, der in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unser Festkonzert mit einer feierlichen Ansprache eröffnete. Ganz herzlich bedanken wir uns auch bei allen BesucherInnen, KünstlerInnen, UnterstützerInnen und FreundInnen, die zum Gelingen dieses Festtages beigetragen und mit uns gefeiert haben.


Wir freuen uns auf die nächsten 10 Jahre!

 

ZUR FOTOGALERIE

Fotos: Walter Skokanitsch