Home      Deutsch
 
11.01.2017 22:20 Age: 71 days

A look back at Krenek Year 2016

First of all: Best wishes for a successful, happy and, above all, healthy 2017!

Before we turn with revitalized energy to the challenges of the new year, let us take a quick look back at the highlights of the recently concluded Krenek Year, which started in January with a very successful new production of the opera Jonny spielt auf at Theater Hagen.
February and March stood under the banner of Krenek, Weill, & the Modern, the motto of last year’s Kurt Weill Festival in Dessau that, in addition to a symposium on the contemporaneity of the two composers and numerous chamber and orchestral concerts, also presented Krenek’s one-act opera Der Diktator (The Dictator) in the Anhaltian Theater Dessau. Incidentally, also on display in Dessau since 20 October is the exhibition The Suspicious Saxophone – “Degenerate Art in the National Socialist State,” an annotated reconstruction of the 1938 Düsseldorf exhibition. A black jazz musician, the title figure of Krenek’s Jonny spielt auf, was considered as the symbol of “degeneracy”; the Star of David in his buttonhole served for additional racist defamation.
In April the touring exhibition I dreamed of the moving train opened at the Rostock College of Music, an event that simultaneously marked the beginning of a series of seminars under the title of Ernst WHO??
Within the framework of the Vienna Festival in May, the Arnold Schoenberg Choir appeared with Krenek’s seldom-heard Lamentatio Jeremiae Prophetae, op. 93. June and July were well attuned to the vacation and tourist seasons: the Reisebuch aus den österreichischen Alpen (Travel Book from the Austrian Alps), op. 62, was on the program in Cologne with Florian Boesch and Christian Koch, under the auspices of the Carinthian Summer with Wolfgang Holzmair and Siegfried Mauser, and at the Krems Forum Spectacle 6 with Erwin Belakowitsch and his pianist Christoph Berner. In July, Gladys Nordenstrom Krenek set out on her final journey: she died at the age of ninety-two in her house in Palm Springs, California. The funeral took place in August at Vienna’s Central Cemetery, with musical contributions by Martin Haselböck and Ernst Kovacic, among others. September had a lot to offer: the three-day symposium Ernst Krenek – not only composer attracted scholars from home and abroad to Krems (the proceedings will be published by Argus in our Krenek Studies). The ensemble die reihe was likewise to be experienced in Krems with seldom-performed works by Krenek; in the Krenek Forum one could go on a journey through time to the turbulent 1920s; and at the memorial service for Gladys in Krems’ Minoritenkirche, her Rondo for flute and piano was to be heard.
In Schwerin, the international Festival of Ostracized Music started this year with a focus on Krenek.
In October, the neue oper wien premiered a new production of Pallas Athene weint (Pallas Athene weeps) under the direction of Christoph Zauner – never has a work from the 1950s seemed more relevant! It would be marvelous if this were to induce those responsible for programming to turn to one or the other of Krenek’s over twenty stage works ...
In November the exil.arte series Echo of the Unheard dedicated a lecture recital to Ernst Krenek in the ORF’s Radiocafé.
For the grand finale of Krenek Year, the Vienna Konzerthaus presented four different concerts with works by Krenek in December. The ORF Radio Symphony Orchestra Vienna and Ernst Kovacic started off with the First Violin Concerto, op. 29, followed by Ensemble Federspiel and its fantastic arrangement of Jonny. Berlin’s Sheridan Ensemble made a guest appearance in the Berio Hall with an all-Krenek program, and Florian Boesch again offered a recital with the Travel Book and selected Schubert songs.

It was a fantastic year for which we would once again like to thank all the participating musicians, program managers, and concert organizers! Perhaps one or the other will now find their way to program Krenek independent of memorial or anniversary years?

Click here for a complete list of all the events of Krenek Year 2016


 

 

 

[Translate to Englisch:] Ehe wir mit frischen Kräften die Herausforderungen des neuen Jahres angehen, sei noch ein kurzer Rückblick auf die Highlights des soeben zu Ende gegangenen Krenek-Jahres gestattet, das seinen Auftakt im Jänner mit einer sehr erfolgreichen Neuproduktion der Oper Jonny spielt auf am Theater Hagen hatte.
Februar und März standen dann ganz im Zeichen von Krenek, Weill und die Moderne, dem letztjährigen Motto des Kurt Weill Festes in Dessau, das neben einem Symposion zur Zeitgenossenschaft der beiden Komponisten und zahlreichen Kammer- und Orchesterkonzerten auch Kreneks Einakter Der Diktator am Anhaltischen Theater Dessau aufbot. Seit dem 20. Oktober ist in Dessau übrigens auch die Ausstellung Das verdächtige Saxophon – „Entartete Musik“ im NS-Staat zu sehen, eine kommentierte Rekonstruktion der Düsseldorfer Ausstellung von 1938. Ein schwarzer Jazzmusiker, Titelfigur von Kreneks Jonny spielt auf, galt dabei als Symbol von „Entartung“; der Judenstern im Knopfloch diente zusätzlicher rassistischer Diffamierung.
Im April wurde die Wanderausstellung Ich hab’ von dem fahrenden Zuge geträumt an der Hochschule für Musik in Rostock eröffnet, eine Veranstaltung, die gleichzeitig den Beginn einer Seminarreihe mit dem Titel Ernst Who?? markierte.
Im Rahmen der Wiener Festwochen war im Mai der Arnold Schoenberg Chor mit Kreneks sehr selten aufgeführter Lamentatio Jeremiae Prophetae op. 93 zu hören. Juni und Juli waren gut abgestimmt auf die Ferien- und damit Reisezeit: Das Reisebuch aus den österreichischen Alpen op. 62 stand bei Florian Boesch und Christian Koch in Köln, bei Wolfgang Holzmair und Siegfried Mauser im Rahmen des Carinthischen Sommers sowie beim Kremser Forumsspektakel 6 von Erwin Belakowitsch mit seinem Pianisten Christoph Berner auf dem Programm. Im Juli trat Gladys Nordenstrom Krenek ihre letzte große Reise an: Sie starb 92-jährig in ihrem Haus in Palm Springs, Kalifornien. Das Begräbnis fand im August am Wiener Zentralfriedhof statt, mit musikalischen Beiträgen u.a. von Martin Haselböck und Ernst Kovacic. Der September hatte es in sich: Das dreitägige Symposion Ernst Krenek – nicht nur Komponist lockte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem In- und Ausland nach Krems (der Kongressbericht wird im Rahmen unserer Krenek-Studien bei Edition Argus erscheinen). Ebenfalls in Krems war das Ensemble die reihe mit selten gespielten Werken Kreneks zu erleben, im Krenek Forum konnte man sich mit Jürgen Schebera, Stefanie Wüst und Reinhard Schmiedel auf eine Zeitreise in die turbulenten 1920er Jahre begeben und bei der Gedenkfeier für Gladys in der Kremser Minoritenkirche erklang u.a. ihr Rondo für Flöte und Klavier.
In Schwerin startete das Internationale Festival Verfemte Musik in diesem Jahr mit einem deutlichen Krenek-Schwerpunkt.
Die neue oper wien brachte im Oktober eine Neuproduktion von Pallas Athene weint in der Regie von Christoph Zauner heraus – nie schien ein Werk aus den 1950er Jahren aktueller! Phantastisch, wenn dies der Anlass wäre, dass die Programmverantwortlichen sich einmal dem einen oder anderen von Kreneks über 20 Musiktheaterwerken zuwendeten …
Im November widmete die exil.arte-Serie Echo des Unerhörten Ernst Krenek ein Gesprächskonzert im Radiocafé des ORF.
Zum krönenden Abschluss des Krenek-Jahres bot das Wiener Konzerthaus im Dezember gleich vier ganz unterschiedliche Konzerte mit Werken Kreneks. Den Auftakt machten das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und Ernst Kovacic mit dem 1. Violinkonzert op. 29, gefolgt vom Ensemble Federspiel und seiner hinreißenden Jonny-Bearbeitung. Das Berliner Sheridan Ensemble war mit einem reinen Krenek-Programm im Berio-Saal zu Gast und Florian Boesch gestaltete noch einmal einen Abend mit dem Reisebuch sowie ausgewählten Schubert-Liedern.

Das war ein phantastisches Jahr, für das wir uns bei allen mitwirkenden Musikerinnen und Musikern, Programmverantwortlichen und Veranstaltern noch einmal ganz herzlich bedanken möchten! Vielleicht hat ja der eine oder die andere Lust bekommen, auch jenseits von Gedenk- oder Jubiläumsjahren Krenek zu spielen?

Eine vollständige Liste aller Ereignisse des Krenek-Jahres 2016 gibt es hier.